Steigerlied



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zehn Jahre Bottropbaer.de


Steigerlied



Ende 2018 schließt die letzte Zeche im Ruhrgebiet und damit geht auch die Zeit des Bergbaues im Kohenpott zuende. Einige alte Zechen bleiben als Erinnerung an die Zeit des schwarzen Goldes zurück:


Zeche Zollverein (Weltkulturerbe) in Essen

Zeche Ewald in Herten

Zeche Prosper Malakoffturm in Bottrop

Zeche Nordstern Gelsenkirchen


Die Kohle hat das Ruhrgebiet stark gemacht. Hier ist die Wiege der Knappen, dem Malocherverein, unserem FC Schalke 04. Aus der Taufe gehoben von Bergleuten, steht heute genauso wie in Aue das Steigerlied nicht nur für Tradition und Vergangenheit, sondern auch für Zusammenhalt. Vor jedem Heimspiel klingt aus 60.000 Kehlen unser Lied, wobei man - nicht nur wenn man mittendrin steht, sondern auch am Bildschirm eine Gänsehaut bekommt.



























Glück auf, Glück auf ! Der Steiger kommt,

und er hat sein helles Licht bei der Nacht,

und er hat sein helles Licht bei der Nacht

schon angezündt, schon angezündt.


Hat’s angezündt, ´s wirft seinen Schein,

und damit so fahren wir bei der Nacht,

und damit so fahren wir bei der Nacht

ins Bergwerk ein, ins Bergwerk ein.


Ins Bergwerk ein, wo die Bergleut‘ sein,

die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht,

die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht

aus Felsgestein, aus Felsgestein.


Der eine gräbt das Silber, der andere gräbt das Gold.

Und dem schwarzbraunen Mägdelein bei der Nacht,

und dem schwarzbraunen Mägdelein bei der Nacht

dem sein sie hold, dem sein sie hold.


Ade, Ade! Herzliebste mein!

Und da drunten in dem tiefen, finstren Schacht bei der Nacht,

und da drunten in dem tiefen, finstren Schacht bei der Nacht,

da denk ich dein, da denk ich dein.


Und kehr‘ ich heim zur Liebsten mein,

dann erschallet des Bergmanns Gruß bei der Nacht:

dann erschallet des Bergmanns Gruß bei der Nacht:

Glück auf, Glück auf !!! Glück auf,  Glück auf !


Wir Bergleut‘ sein, kreuzbrave Leut‘,

denn wir tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht,

denn wir tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht

und saufen Schnaps, und saufen Schnaps!




Wir begegnen unser Vergangenheit immer wieder, wenn wir duch die Zechensiedlungen fahren,  deren Häuser sehr begehrt sind, weil sie hinter dem Gebäude über ein Stückchen Land verfügen.  Hier hat der Bergmann sein  Gemüse, seine Kartoffeln angebaut,

manche haben sich Obstbäume gesetzt und die Früchte für den Winter eingekocht.  Hier entstanden die  Verschläge für die Tauben,  die Rennpferde des kleinen Mannes.

Früher gehörte zu dem Zechenhaus noch ein Wirtschaftsgebäude mit einem Gattern zum Garten raus, in dem die Leute ihre Schweine oder Hühner hielten. Zu jedem Eingang gab es ein Teil des Wirtschatsgebäudes, sowie ein gemeinschaftliche  Waschküche mit einem großen beheizbaren Kessel  in dem das Wasser für die Wäsche, aber auch für das  Bad in der Zinkwanne vorbereit wurde.

Auf die Zeche ging der Vater, genauso wie der Sohn.  Der Beruf war begehrt, obwohl körperliche  harte Arbeit unter Tage und  ein gewissenes Risiko dem  Job anhafteten.  Aber früher bekam man noch seine Tonne Kohle umsonst und konnte frühzeitig in Rente gehen. Viele holten sich eine Staublunge und weil das Atmen schwerfiel, saßen sie oft am Fenster   und schnappten  nach Luft.  Der Ausdruck "Weg vom Fenster," bedeute nix anderes, als wie, jetzt ist er verstorben.

   Der Bergbau endet am 20.12.2018. Mit Wehmut wird die letzte Zeche, Prosper Haniel in Bottrop dann geschlossen und wieder endet ein Stück Geschichte im Ruhrgebiet. Aber Abschied ist in diesem Fall gleichzusetzen mit Neubeginn. Denn auf den ehemaligen Zechengelände  und Kohlelägern entstehen neue Gewerbeflächen und damit auch wieder   neue Jobs.  Das Ruhrgebiet legt seinen dunkelen, dreckigen, mit  Kohlenstaub behafteten Mantel ab und macht sich fein für ein neues  Zeitalter. 



In Erinnerungen an die vielen alten Zechen im Kohlenpott mit ihren klangvollen Namen eine kleine Auswahl derer, die uns in Erinnerung bleiben, weil ihre Namen auch nach ihrem Verschwinden in den neuen Parks, Wohnanlagen, Gewerbegebieten oder Freizeittreffs mit eingefloßen sind.


Prosper 1 - 3 in Bottrop

Prosper Haniel Bottrop

Haus Aden Bergkamen

Blumenthal in Herne

Unser Fritz in Herne

Rheinbaben in Bottrop

Zeche Hannover in Bochum

Ellinghausen in Dortmund

Fürst Leopold in Dorsten

Radbol/Niederberg in Neukirchen-Vluyn

Ewald in Herten

Schlegel & Eisen in Herten

Consolidation in Gelsenkirchen

Nordstern in Gelsenkirchen

Bismarck in Gelsenkirchen

Zollverein in Essen

Helene in Essen

Monopol Schacht Grimberg in Bergkamen

Zeche Grimberg in Kamen

Karonlinenglück in Bochum

Mont-Cenis in Herne

Minister Stein in Dortmund

Auguste Viktoria in Marl



   

Im Ruhrgebiet und im Erzgebierge grüßt man sich in Ableitung des Steigerliedes auch mit Glückauf!


In Erinnerung an die Steinkohle bleiben manche Fördertürme als Landmarken und Denkmäler stehen.

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