Meine Hobbys

2009 - 2019

zehn Jahre Bottropbaer.de

Meine Hobbys

 

Jeder Mensch braucht einen Ausgleich zum Berufsleben. Es gibt aber auch Leute, die ihr Hobby zum Beruf machten, allerdings umgekehrt den Beruf zum Hobby zu machen, soweit will ich dann doch nicht gehen.

 

Eine meiner Leidenschaft war und ist Zocken oder daddeln. Ob am Computer, an dem ich gerne Rollercoaster spiele und dort fiktive Freitzeitpark mit verrückten Fahrgeschäften entwickele oder an der Playstation. Aber auch am Tablet oder Smartphone zocke ich gerne. Allerdings verbringe ich heute nicht mehr soviel Zeit wie früher vor dem Gerät.

 

Geht auch nicht mehr, denn die Wohnung fordert natürlich auch ihr Recht. Ferner bin ich die meiste Zeit des Tages an meinem Arbeitsplatz und wenn ich Urlaub habe, unterstütze ich meine Mutter, die seit ihrem Schlaganfall im September 2015 nicht mehr Autofahren kann und bei längeren Strecken auf einen Rollator angewiesen ist. Arztbesuche oder Einkaufen, dies gehört nun mit in meinen Alltag und so müssen bestimmte Dinge halt hinten anstehen.

 

Meine Mutter und ich teilen eine Leidenschaft. Wir gehen gerne ins Theater. Ein bisschen Kultur muss schon sein. Ob in Düsseldorf zu den Golden Girls oder im Schauspielhaus zu Erich Käsnters Drei Männer im Schnee. Wir haben das Theater für uns entdeckt. Begonnen hat diese Liebe mit dem Besuch des Mondpalastes in Wanne-Eickel, in dem wir 2007 Ronaldo und Julia besuchten. Inzwischen sind in den letzten Jahren noch zahlreiche andere Aufführungen dazu gekommen. Wir sind damit so etwas wie Stammgäste. Unsere Plätze sind in der ersten Reihe, Platz zwei und drei. Am Ende jeder Vorstellung ist es für uns selbstverständlich, dass wir zum Applaus aufstehen und damit versuchen, die anderen mit zu animieren, dieses uns gleich zu tun. Denn nichts ist schöner für einen Schauspieler, wenn sich das Publikum zum Schlussapplaus von seinen Plätzen erhebt und der Saal bebt. Aber es ist nicht immer einfach, manchmal sind wir die einzigen die direkt vor der Bühne stehen, aber das macht uns nichts. Einige Schauspieler bedanken sich per Handschlag bei uns, denn wir sind inzwischen bei fast jedem Ensemblemitglied des Mondpalastes bekannt. Das kommt auch daher, weil wir einmal ein VIP Ticket gebucht haben und am Ende einer Vorstellung mit den Schauspieler Sekt getrunken haben und uns die Bühne zeigen ließen. Wer auch mal Lust hat, sich köstlich zu unterhalten und lachen möchte, bis der Arzt kommt, Karten gibt es hier: www.mondpalast.com

 

Derzeit blicken wir auf 33 Aufführungen zurück. Folgende Stücke haben wir bisher in den letzten Jahren gesehen.

 

1x der zerdepperte Pott

2x Herr Pastor und Frau Teufel (einmal Eintrittskarten gewonnen)

1x Selbst inschuld

2x Wanne Kops (davon einmal zur Premiere eingeladen)

2x Othello, der Schwatte von Datteln

2x Ronaldo & Julia

3x Wilhelmstraße, die etwas andere WG

4x Flurwoche

4x Wat ne herrliche Welt

4x Frohet Fest

4x Die wilde Rita - eine Kanalkomödie

4x Der kleine Engel zweiter Klasse (mein Favorit)

 

Wir sind immer wieder begeistert und freuen uns auf jede neue Vorstellung. Die Auswahl der Stücke folgt ganz spontan und meistens nach dem letzten Besuch. Wir sind quasi gerade durch die Tür, da haben wir auch schon wieder Karten gebucht. Wie sage ich immer, nach dem Mondpalast ist vorm Mondpalast.

Aber nicht nur Theater mögen wir, sondern auch Konzerte oder Shows. Ob Florian Silbereisen oder Chris de Burgh in Oberhausen, Helene Fischer in Berlin, Kastelruther Spatzen in Bochum, die Ehrlich Brother in Bochum und demnächst auch Sascha Grammel in Bochum.

 

 

 

Eine weitere Leidenschaft gehört dem Schalke 04. Ich bin seit dem Jahr 2000 Vereinsmitglied und war früher ebenfalls Dauerkarteninhaber. Am 6. Oktober 1979 wurde ich mit dem Schalke-Virus infiziert. Damals beim 3:0 im altehrwürdigen, zugigen Parkstadion gegen Werder Bremen begann meine Liebe zu dem Verein.

Prägend war die vier Minuten Meisterschaft, als wir uns nicht nur vom Parkstadion verabschiedeten, sondern auch vom Meistertitel, in dem im fernen Hamburg Markus Merk vier Minuten nachspielen ließ und der Treffer nach einem indireketen Freistoß nicht nur ins Tor, sondern auch mitten in die königsblaue Seele ging. Aus Feierstimmung wurde Trauer und Ungläubigkeit, tausende von Fans brachen in Tränen aus und die Mannschaft ging in die Historie ein, als Meister der Herzen.

Dabei hatten wir es in eigener Hand. Aber bereits am 31 Spieltag im kleinen Ruhrderby beim VFL Bochum haben wir mit einem 1:1 den ersten Matchball vergeben, um dann vierzehn Tage später in Stuttgart beim 0:1 alles wegzuschmeißen. Nun brauchten wir am letzten Spieltag im Heimspiel gegen Unterhaching die Unstützung der Hamburger, denn aus eigener Kraft konnten wir kein Meister mehr werden. Ich denke, wir haben in Stuttgart den Titel weggeworfen. Nach dreimaligen Rückstand gewannen wir mit 5:3 gegen Unterhaching und als der HSV kurz vor Schuß mit 1:0 gegen Bayern in Führung ging, kannte die Glückseeligkeit keine Grenzen mehr. Bis zur 94 Minute...

Der Pokalsieg eine Woche später beim 2:0 gegen Union Berlin ließ ein paar Tränen trocknen, aber die Chance auf ein historisches Double wird es aufgrund der Überlegenheit der Bayern so schnell nicht mehr geben.

Ebenfalls ein Höhepunkt in meinem Fußballleben war der UEFA-CUP Sieg der Eurofighter am 21.05.1997. An diesem Abend saßen wir in Guben in einer Gaststätte und schauten Fußball, während mein inzwischen verstorbener Opa an diesem Abend auf Freiersfüßen wandelte und tränenreich seine Verlobung ankündigte, die genau einen Abend hielt. Schalke gewann den Elferkrimi und feierte, meine Familie feierte sich selber. Opa mit seiner neuen Verlobten, meine Mutter mit unseren Gastgebern. Fußball war für Sie nur Nebensache, für mich die Welt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin Schalker durch und durch, auch wenn ich nicht mehr so oft ins Stadion renne. Das hat auch finanzielle Gründe. Ich blieb auch Fan, als die Königsblauen das erste Mal in die zweite Liga abstürzten, ich saß am Radio, als ein gewisser Olaf Thon das 6:6 beim legendären Pokalhalbfinale schoss, ich feierte Auswärtssiege mit den Knappen in München (3:1), in Frankfurt und Bochum. Ich weinte, als wir in der Relgation an Bayer 05 Uerdingen scheiterten und nach einer 1:3 Niederlage in der Grotenburg daheim lange wie der sichere Sieger aussahen, als ein Tor von Schuhmacher alle Träume zerstörte und wir wieder den Gang in die Zweitklassigkeit antreten mussten. Ich ließ mir als Kind Hohn und Spott gefallen und war am Ende stolz, als sie sofort wieder hinter Karlsruhe den Wiederaufstieg feierten. Siege über Wattenscheid 09 5:2 nach 0:2 Rückstand und gegen Fortuna Köln (6:2/ Pause 4:0) bleiben unvergessen. Als es dann zum drittenmal runter ging und wir uns im leeren Parkstadion am Freitagabend 0:0 von Aschaffenburg trennten, war ich ebenfalls dabei. Unvergessen so manche Klatsche: 1:8 gegen Bayern München, 1:7 gegen HSV und der Spott und Hohn der VFL Bochum Fans, denn zu dieser Zeit lebte ich zum erstenmal in Bochum und traf mich mit den Freunden meines Stiefbruders Matthias im Affenkäfig am Amtshaus zum pölen. Den ganzen Sommer von morgens bis Abends jagten wir dem runden Leder hinterher und hatten mächtig Spaß. Wir gründeten sogar die Harpener Kickers, die damals am Jugendturnier der Falken teilnahmen.

 

 

 

Mit dem vierten Platz kehrten wir zurück. War ein tolles Erlebnis und wir hatten eine Menge Spaß.

 

Spaß als Schalker hatten wir nach dem Wiederaufstieg auch. Jörg Berger führte Schalke in den UEFA-Cup und Huub Stevens, nachdem er mit seinem Verein Kerkrade an Schalke scheiterte, dann zur Krone im europäischen Fußball.

Schalker sein ist nicht einfach nur eine Liebe zu einem Verein, nein es ist schon was besonderes, vor allem wenn das Vereinslied aus den Kehlen von 60.000 Fans geschmettert wird oder das Steigerlied, dann bekommt man ein Hühnerfell, wie es einst Co-Trainer Achenbach meinte. Nur das mit der Meisterschaft werden wir so schnell nicht erleben, denn die Bayern sind einfach zu übermächtig.

 

Neben dem Fußball und dem Volkstheater waren wir jahrelang auch regelmäßige Musicalgänger. Aus Kostengründen haben wir das aber ziemlich eingeschränkt, derzeit gehen wir höchstens einmal pro Jahr in ein Musical. Es gab allerdings auch mal eine Zeit, da war das Anders.

 

Meine Musical Historie sieht wie folgt aus:

 

Der absolute Hit war für mich damals wie auch heute:

Elisabeth mit insgesamt 31 Aufführungen

6 x davon im Theater an der Wien in Wien,

25 x im Collesum Essen

 

Einer meiner Lieblingsmusical damals wie heute:

Ich war noch niemals in New York

1 x in Hamberg

1 x in Essen

2 x in Oberhausen

 

In meiner persönlichen Hitliste immer in den vorderern Plazierungen:

Les Miserables

2 x Theater am Marientor in Duisburg

1 x Theater des Westens in Berlin

1 x Raimund Theater in Wien

 

Nicht vergessen: Vom Geist der Weihnacht

6 x Centro Theater in Oberhausen

1 x Schillertheater in Berlin

 

folgende Musical gesellen sich zu meiner Sammlung:

 

Wahnsinn 1 x Theater am Marientor

Tarzan 1 x Stage Theater Neue Flora Hamburg

 

Die Schöne und das Biest

2 x Raimundtheater in Wien, davon einmal Europapremiere

1 x Essen, Collesum

 

Mit Starlight Express begann 1988 die Liebe zum Musical:

Insgesamt 6x verfolgt wir das Rennen der Lokomotiven. Nun, 30 Jahre später, wo das Musical eine Rundum-Erneuerung bekommt, werden wir noch einmal vorbeischauen. Nächster Termin 06.04.2019 um 20:00 Reihe 1 Platz 3 und 4.

 

Was natürlich nicht fehlen darf:

 

Tanz der Vampire

1 x Stuttgart

 

Sunset Boulevard

1 x Wiesbaden Niedernhausen

 

Miss Saigon

1 x Stuttgart

 

Der Glöckner von Notre Dome

1 x Berlin, Potsdamer Platz

 

Drei Musketiere

1 x Berlin, Theater des Westens

 

AIDA

1 x Essen, Collesum

 

Sie liebt mich

1 x Ronacher Wien

 

Bodyguard

1 x Musical Dome Köln

 

 

hinzukommen:

 

 

Das Phantom der Oper

1 x Hamburg

1 x Wien, Theater an der Wien

 

Cats

1 x Museumsquartier in Wien

1 x Stuttgart

 

FMA - Falco meets Amadeus

6 x Oberhausen

 

Am Ende kommte noch ein Ausflug in das Land der Oper und Operetten:

 

Die Zauberflöte in der Staatsoper in Wien

 

 

Noch heute fragen sich Leute, die mich kennen, wie passt das zusammen: Auf der einen Seite interessiere ich mich für Kultur und genieße es, ins Theater zu gehen, auf der anderen Seite ziehe ich mein Trikot an und treffe mich mit Freunden erst im Parkstadion und später dann in der Arena. Wie man sieht, man kann es unter einen Hut bringen - auch gegensätzliches schließt sich nicht aus.Aber aus Kosten und Zeitgründen musste ich mich von einem Hobby trennen. Meine Liebe zu Schalke bleibt, hier gilt: Einmal Schalker immer Schalker, nur die Eintrittskarte kann ich mir nicht mehr leisten. Bundesliga, Pokalspiele, Europacup, dazu dann zur jeden neuen Saison Trikot und Schal. Hin und wiede ein Auswärtsspiel in Frankfurt - mit meinem Cousin Björn - oder mal wieder ein Trip nach München. Alles Dinge, die eine Menge an Geld verschlungen haben und dann kam ja auch noch die Insolvenz meines damaligen Arbeitgebers und mein Umzug in den Westerwald und damit auch zwangsläufig das Ende meiner Stadionbesuche. Schade, es war eine tolle Zeit, an die ich gerne zurück denke. Auch die Leidenschaft zum Musical ist nicht erkaltet, aber auch hier spielen finanzielle Gründe eine Rolle, warum ein Musicalbesuch im Gegensatz zu den früheren Jahren was seltenes und daher was Besonderes geworden ist.

 

Als ich 1986 bei der Schulaufführung den Tarzan geben durfte, da hat man noch nicht an das grandiose Musical gedacht. Es war einfach eine "Verarschung" auf das Lied "Tarzan ist wieder da." Bei diesem Projekt durfte ich mich gleichzeitig als Regiesseur, Drehbuchschreiber und Schauspieler versuchen. Es hat geklappt - dank meiner tollen Mitschüler aus den verschiedenen Klassen, ohne die damals diese Aufführung nicht funktioniert hätte. Ich gebe allerdings zu - ich hatte nicht nur Lampenfieber, sondern auch, dass mir der heutige Tarzan, 32 Jahre danach, um einiges besser gefällt!

 

Eine große Leidenschaft von mir, die fliegenden Bauten, sprich die Kirmes: Schon als Kind habe ich auf der kleinen Kirmes am Eigener Markt in Bottrop die Fahrchips eingesammelt und beim Aufbau geholfen. Die bunte Welt der Lichter und Zugmaschinen, der Fahrgeschäfte und der rasanten Geschwindigkeit begeistert mich immer wieder. Hätte ich das Geld und die Möglichkeiten gehabt, wäre vielleicht heute schon ein kleines Fahrgeschäft mein Eigentum. Aber so bin ich Disponent geworden und von der Welt der Kirmes darf ich nur Träumen ...

Ich kann mich noch genau daran erinnern, als wäre es erst gestern gewesen, als ich vom Schlafzimmerfenster aus Abends auf die Strasse schaute und die Schausteller dabei beobachtete, wie sie ihre Fahrgeschäfte abbauten, ihre Packwagen hin und her rangierten und dabei mächtig viel Krach machten. Mich störte das nicht und vor Aufregung war bei mir sowieso nicht an Schlaf zu denken. Es war alles so spannend, so interessant, da war die Müdigkeit wie weggeblasen. Dieses Gefühl kenne ich nur noch, wenn ich am Rechner sitze und schreibe. Dann kann ich die ganze Nacht durcharbeiten, ohne auch nur einmal müde zu werden.

 

Ja, das Schreiben. Ein Hobby, eine Leidenschaft, eine brotlose Kunst. Was nützt es, wenn man Ideen hat, diese aber nicht umsetzen kann, weil es einfach der Job und der Haushalt, der Alltag generell nicht zuläßt. Ich habe als Ghostwirter Büttenreden für Arbeitskollegen geschrieben, ich habe Gedichte zum runden Geburtstag entworfen und ich habe Weihnachtsreden zu Papier gebracht, die teilweise 42 und mehr Seiten hatten. Denn ich war auch jahrelang Nikolaus gewesen und habe Groß, sowie auch klein begeistert und natürlich überrascht.

 

Der Besuch des Nikolauses war der Höhepunkt auf jeder Weihnachtsfeier meiner früheren Arbeitgeber (bei Karstadt wurde die Tradition geboren und ich bin sie bis 2002 nicht mehr losgeworden!). Vor allem die mit spitzer Feder geschriebenen und mit noch spitzerer Zunge vorgetragenen Texte und Reime sorgten für Erheiterung bei dem einen oder anderen Arbeitskollegen und bei manchen sogar für böses Blut, weil ich genau das aussprach, was viele dachten. In diesem Sinne war ich wie Till Eulenspiegel, ich hielt den Leuten einen Spiegel vor die Nase. Nicht jeder erträgt sein Spiegelbild, manche sehen eine Schönheit dort, wo ein Biest steht und erschrecken sich vor sich selbst, weil sie am Ende doch selber dieses Biest gewesen sind. Wer es verstand, zwischen den Zeilen zu lesen und zu verstehen, der wusste genau, dass so mancher Spruch auch ein Lob oder eine leise Kritik gewesen ist, humorisch verpackt und immer wieder mit dem Ziel, die Zuhörer trotz so manchen Seitenhiebes zum Lachen zu bringen. Auch der Betroffene stimmte am Ende mit ein. So richtig böse war mir niemand, denn auch wenn die Wahrheit manchmal wehtun konnte, wohl dosiert wirkte sie wie Medizin. Sie schmeckt bitter, aber lindert den Schmerz oder sorgt für Veränderungen.

 

Irgendwann hat es Veränderungen gegeben, in dem Jahr als die großen Weihnachtsfeiern ausfielen und nur noch das Büropersonal zu einem Weihnachtsessen zusammenkam. Von da an gab es auch keinen Nikolaus mehr...

 

Bei einer Arbeitskollegin habe ich die Kinder zwei Jahre lang hintereinander beschert und bei einem guten Freund stand ich sogar am Heiligen Abend mit Sack und Rute auf der Matte. Es hat wirklich einen riesigen Spaß gemacht, bis ich das rechte Interesse daran verlor und vor Jahren den roten Mantel an den Nagel gehangen, den Rauschebart abgelegt und den Jutesack weggepackt habe. Aber ganz beendet ist das Thema für mich irgendwie trotzdem nicht - heimlich träume ich von einem Comeback...

 

 

Wer eine Geschichte erzählen will, der muss viel erlebt und gesehen haben. Oder belesen sein, so wie ich.

Reden wir einfach mal darüber, dass ich als Kind den Wunsch hatte, Lokführer zu werden. Ich glaube diese Phase im Leben macht jeder kleine Bub durch, gleich nachdem er die Mama heiraten wollte. Was das nun mit dem Lesen zu tun hat, nun viele Dinge verändern sich im Laufe des Heranwachsen. Wäre ich vielleicht damals in der fünften Klasse besser belesen gewesen und hätte mehr gelernt, dann wäre ich vielleicht einen anderen Weg gegangen. Aber manche Menschen brauchen halt den harten, steinigen Weg, um an ihr Ziel zu gelangen. Mit dem Lesen kam der Spaß am Schreiben und damals wuchs in mir der Wunsch, irgendwann einmal selber Bücher schreiben zu können. Oder auch Artikel in der Zeitung, ich wollte mit einem Mal Journalist werden, oder Sportreporter, jedenfalls etwas in der schreibenden Zunft. Das kam alles wegen dem Lesen und es fing mit einem Weihnachtsgeschenk an: TKKG hieß das Zauberwort. Der blinde Hellseher war der Einstieg in die Leidenschaft und so oft es möglich gewesen ist, ließ ich mir Geld schenken oder überzeugte meine Oma, mir ein weiteren Band aus der Serie zu kaufen. Irgendwann hatte ich alle Bücher und wurde älter. Locke und Tom war das nächste Stadium, bis ich mich mit 14 an Simmel und Eric Malpass heranwagte. "und Jimmy ging zum Regenbogen", war eine Sommerlektüren, dazwischen verschlang ich noch "Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung." Meine Mutter war meinetwegen bereits in so ein Literaturabo eingestiegen und wir bekamen monatlich mal interessante, mal weniger interessante Bücher zugesandt. Mit fünfzehn hatte ich mir das Boot vorgenommen, es war meine Lektüre während der Skifreizeit in Hopfgarten, die unendliche Geschichte, Momo und E.T. gehörten ebenfalls zu meiner Beute im Teenageralter. Ich liebte damals Geschichten von Michael Ende, aber auch die Bücher zu Kinofilmen. Goonies, Star Wars, Joey, der weiße Hai, dies alles waren Dinge, die ich damals regelrecht verschlungen habe. Fernsehserien, wie "Ich heirate eine Familie" riefen so manchen Lachkrampf in mir hervor, den Curth Flatow konnte hervorragend Schreiben, Drombusch oder Schwarzwaldklinik zum nachlesen ließen manches besser verstehen. Manni der Libero ging ebenfalls auf Papier für mich noch einmalauf Torejagd, während Mino in den Wirren des Krieges seinen Vater suchte. Ich habe sie abends mit heißen Ohren unter der Bettdecke gelesen, morgens auf der Toilette oder einfach an regnerischen Tagen zusammengerollt auf der Couch liegend. Sie waren Helden meiner Jugend, sie führten mich in Länder und Abenteuer, die ich niemals bereist und schon gar nicht erlebt habe. Und sie haben was anderes in mir bewirkt: Ich fing an, mich für andere Dinge zu interessieren und plötzlich klappte es auch in der Schule. Das Lesen war der Schalter, der umgelegt werden musste, damit es bei mir Klick machte und ich endlich auch begriff, was die Erwachsenen damit meinten, wenn sie sagten "Nicht für die Schule lernen wir, sondern fürs Leben."

 

Während meines Aufenthaltes im Krankenlager bei der Bundeswehr verschlang ich "der Talisman" von King/Straub und Reporter von Arthur Hailey. Heimkrankgeschrieben folgten die fünf Bände von Victor Hugo "Die Elenden".

Was habe ich sonst so gelesen? Klar, den Meister des Horrors: Stephen King. "Es" liebe ich, Friedhof der Kuscheltiere einer meiner Favoriten, die Augen des Drachen, Shining, Sie, Brennen muss Salem, Cujo, Carrie und natürlich die Novelle die Leiche, woraus der Kinofilm Stand by me wurde. Und dann kam die Fortsetzung vom Talismann, das schwarze Haus, "Jack Sawyer" ist erwachsen geworden.

 

Also gelesen habe ich viel in meinem Leben, nicht nur die Tageszeitung sondern halt auch viele andere Dinge, wobei ich mich an kein Genre halte, sondern einfach das Lese, was mir gefällt. Aus den dicken Schmöckern ist inzwischen ein E-Reader geworden und nun lese ich von meinem Tolino die Bücher und tauche ein in die Welt der Fabelwesen, Morde und Grusels ein. Ein Buch in der Hand ist zwar noch immer mein Favorit, aber ein Tolino verschwindet eher in der Jackeninnentasche...

 

Inzwischen habe ich auch meine Tageszeitung als E-Paper auf dem Tablet, ein Echo dot unterhält mich an einsamen Tagen "Alexsa spiel mir mal..." und Alexsa spielt. Gehe ich zu Bett, wünsche ich Alexsa ganz selbstverständlich eine Gute Nacht und der Computer antwortete, wünscht ebenfalls eine Gute Nacht und schlägt eine Gute-Nacht-Geschichte oder Schlaflied vor. Jetzt weiß ich, was mir in den letzten Jahren gefehlt hat.

 

 

Schreiben: Ich habe einen Schriftstellerlehrgang beim ILS absolviert und arbeite momentan an einem Buch-Projekt. Gut, daran arbeite ich schon seit mehren Jahren und manchmal denke ich, ich kriege es nie fertig. Die Story ist in meinem Kopf bereits fertig erzählt, nur allein die Zeit fehlt mir dafür, um auch das auf das Papier zu bringen, was ich mir so in meiner kranken Phantasie ausgedacht habe.

 

Ich will irgendwann das fertige Werk veröffentlich. Wann - das weiss ich selber nicht, denn ich setze mich nicht unter Druck. Zum Schreiben brauche ich Ruhe und derzeit ist mein Beruf und der damit verbundene Streß wichtiger als mein Hobby. Die Schriftstellerei sehe ich also weiterhin nur als reines Freizeitvergnügen an, obwohl mir einige Leute bestätigen, dass ich Talent hätte und dieses um Gottes Willen endlich umsetzen sollte.

 

Auch so ein Hobby: Wenn es zeitlich geht, faulenzen und Fernsehen schauen. Aber wer rastet, der rostet bekanntlich. Aus diesem Grund habe ich damals im Westerwald meine Laufschuhe angezogen und machte meine Tour de Wiedtal (Waldbreitbach - Lache - Waldbreitbach - Hausen - Niederbreitbach und zurückk zum Ausgangspunkt nach Waldbreitbach), zu besten Diätzeiten meine Tour de Bochum-Harpen oder Tour de Walburg (da geht es nur bergauf und bergab den Westerwaldsteig und Wiedtalsteig entlang). Aber so talentiert wie mancher in jungen Jahren bin ich nie gewesen. Ich habe zwar Fussball gespielt - mehr schlecht als recht - bei der Rhenania Bottrop, wo ich mich mehr auf der Ersatzbank wiederfand und mir einen Holzsplitter in den Hintern gesessen habe. Ich bin wahrscheinlich nur aufgestellt worden, damit die Mannschaft auch mal einen Ersatzspieler hat. Gespielt habe ich immer dann, wenn das Spiel schon entschieden war. Die Ergebnisse, an denen ich teilhaben durfte, haben sich bei mir eingebrannt, so dass ich sie heute noch runterbeten kann, wie das Glaubensbekenntnis in der Kirche. Niederlagen gehörten fast ausschließlich dazu.

 

Es war die Saison 1987/1988 als ich über eine Anzeige erfahren habe, dass die A-Jugend von Rhenania damals noch Spieler suchte. Ich war in der Ausbildung und mein damaliger Arbeitskollege erzählte jeden Montag von seinen Spielen. Er kickte bei VFR Ebel und unser Abteilungsleiter wollte jedesmal genau wissen, wie denn sein Spiel so war.

Ich wollte natürlich auch was zu erzählen haben und deswegen interessierte mich diese Anzeige ungemein. Mit einem Kumpel aus der Schulzeit wollten wir es gemeinsam noch einmal wissen. Ich habe früher in der Schule und auch in Harpen öfters im Tor gestanden. In der Schule war ich gut, so gut, dass ich mir einbildete, ich könnte es Jahre später auch in der A-Jugend schaffen. Also kaufte ich mir Fußballschuhe, Torwart-Trikot und Trainingshose und ging zum Training. Wer nicht kam, war mein Kumpel, der vollmundig versprach, wir rocken den Platz.

Am Ende rockte ich alleine den Platz, allerdings mehr von der Ersatzbank aus, als auf dem Spielfeld. Erstes Freundschaftsspiel in der Vorbereitung und nicht nur das dieses Spiel mit 0:5 verloren ging, nein einer dieser Spieler von SB Gladbeck wollte sich mit mir auch noch prügeln, weil ich ihn das eine oder andere Mal nicht mit Samthandschuhen angefasst habe. Mein Bedarf an Fußball war damit erst einmal gedeckt. Dann begann irgendwann die Saison, die A-Jugend spielte in der Regel Sonntagsmorgens um 10 oder 11:00 Uhr. Es fing mit einer 0:4 Klatsche gegen Viktoria Bottrop an, danach folgte die 1:4 Pleite beim SSV 51 Welheim, dass unglücklich 2:3 daheim gegen SV Vonderort, dass 1:2 im Nachbarschaftsduell gegen den FC Batenbrock, dass schlechte 1:1 gegen RW Westfalia, die sogar mit ihrer B-Jugend antraten, nachdem ihre A-Jugend von unserer ersten Mannschaft mit 33:0 nach Hause geschickt wurde. Aber es gab auch Erfolgerlebnisse: 4:0 in Ebel beim VFR, 4:3 im Hinspiel gegen RW Westfalia, dass nie geglaubte 3:3 gegen Spitzenreiter SV 1911. In der Hinrunde schafften wir es, in jedem Spiel in der ersten Halbzeit ein torloses Unentschieden zu halten, aber nach der Pause brachen alle Dämme. In der Rückrunde gab es noch ein 0:3 gegen Viktoria Bottrop auf dem Platz an der Paßstr., ein 2:3 gegen Welheim auf eigenen Geläuf, ein 4:7 gegen späteren Meister SV 1911 und natürlich ein 4:1 Heimsieg gegen Ebel. Ach ja gegen Vonderort wurde wieder knapp verloren, diesmal 3:4. Aber der absolute Tiefpunkt war das 0:8 in Batenbrock, wo wir eine Halbzeit lang mit nur neun Mann antraten, weil das Spiel bereits um 10:00 Uhr angepfiffen wurde und ein paar Spieler schlechtweg verschlafen hatten. Als sie hinzustießen lagen wir zur Halbzeit mit 0:6 hinten und ich habe mir geschworen, dass war es für mich. Danach habe ich meine Fußballschuhe in die Ecke gestellt und gemeint, dass müsste ich mir nicht mehr antun. Tja, die Saison 87/88 war nur ein kurzes Gastspiel meinerseits im Fußball. Trotzdem gab es auch Dinge, über die ich heute noch schmunzel. Im Januar 1988 trafen wir in Vonderort auf den SV und es war an einem kalten Sonntag ein typisches Vorbereitungsspiel. Ich durfte zum erstenmal von Anfang an ran und zwar im Sturm. Mein Aufgabe, die Gegner zu narren, was auch funktionierte. Mein Torgefährlichkeit beschränkte sich bisher in allen Spielen auf ein paar Schüsse über das Tor, bis auf einmal, da habe ich zur Überraschung aus 30 Meter Entfernung unseren Torwart aus der ersten Mannschaft blamiert. Im Traningsspielchen stand er zuweit vor seinem Tor und irgendwie wurde mein Schuß so gefährlich, dass der Ball im länger in der Luft blieb und sich schließlich hinter ihm ins Netz senkte. Der Trainer sauer, weil der Torwart zu weit form Kasten stand und ich verdutzt, dass mir so ein Ding gelungen ist. Denn meine letzten Tore schoss ich in der Schulzeit und zwar im Hockey. Im Fußball war das Tor für mich irgendwie vernagelt. Das Vorbereitungsspiel in Vonderort war damals an Höhepunkten arm, bis auf die Torchance von Lellek, über die in der darauffolgenden Woche die gesamte Berufsschule sprach. Was war passiert? Lellek umspielte den Torwart und lief auf das leere Tor zu. Er brauchte den Ball nur noch einschieben, doch das schien für ihn zu schwer, denn er traf erst den rechten Pfosten. Der Ball sprang zurück und er bekam die nächste Möglichkeit und doch schob er den Ball an den linken Pfosten. Aller guten Dinge sind drei und als er erneut im Ballbesitz ausholte, traf er unseren zurückgeeilten Torwart genau am Oberkörper. Frustriert drehte er sich um und stieß mit unserem kleinsten Spieler zusammen und ging dabei wie ein ausgeknockter Boxer zu Boden. Das Spiel musste unterbrochen werden. Nicht weil sich Lellek verletzt hatte, nein, weil wir alle vor Lachen nicht mehr spielen konnten. Am Ende ging das Match friedlich 1:1 aus.

 

Ich habe mich auch im Schulsport nie versteckt, alle Übungen mitgemacht und wie ein Kamikaze den Bock umgerissen oder mir im Hockeytor die Finger blutig kloppen lassen und trotzdem konnte ich nie was zählbares aufweisen. Ich wurde stets als letzter in eine Mannschaft gewählt, ich gehörte zu denjenigen Losern, die in der zehnten Klasse gegen unsere Mädchen mit 0:3 im Fußball verloren haben, ich habe das mit dem Rückpass im Handball nicht kapiert, im Volleyball mehr die Mitspieler getroffen, als den Ball über das Netz befördert, im Geräteturnen dem Klassenleherer Kerwer die Brille von der Nase gehauen, im Völkerball gab ich stets eine gute Zielscheibe ab und im Sitzfußball kam ich kaum von der Stelle.

 

Gut, ich habe in einem Hockeyspiel einen Treffer erzielt, der traumhaft von meinem Freund Helmut vorbereitet wurde und ich habe meinen Klassenkameraden Torsten, der damals ein sehr guter Torwart gewesen ist, überwinden können. Aber das war auch das einzige, mit dem ich mich rühmen könnte. Bei den Bundesjugendspielen gehörte ich stets zu den Besten - von Hinten gesehen - selbst die Schlümpfe aus der fünften Klasse hatten bessere Ergebnisse als ich. Aber egal, im Nachhinein gesehen kann man nichts ändern. Graue Haare wachsen lassen brauche ich mir deswegen nicht, denn die kommen von ganz alleine. Dafür liegen meine Stärken in anderen Bereichen - wäre ja schlimm, wenn alle Menschen gleich wären und ich habe mir mein "ausreichend" in Sport immer ehrlich erarbeitet und erkämpft. Mit viel Schweiß, Tränen und Häme. Schwamm drüber, dass liegt viele Jahre zurück und entlockt mir heute nur noch ein müdes Lächeln.

 

Auch im Skiurlaub - unsere Abschlussfahrt - gehörte ich zu denjenigen, die niemals aus der Anfängergruppe herauskamen. Wir übten noch am letzten Tag auf dem Idiotenhügel, während die anderen schon seit Tagen ihre Abfahrten machten. Aber Spaß hat es trotzdem gemacht, nicht das Skifahren, sondern das Drumherum. Die Sause in der Nacht, das Fensterln der andere Schülergruppe aus Nürnberg, die im Sporthotel nächtigten und vieles mehr. Ja, Hopfgarten bleibt in meinem Kopf, genauso wie die vielen schönen Rodeltouren nach Bödefeld, Küstelberg oder Winterberg, das Eislaufen in Vonderort, die Rodelpartie im Revierpark und vieles mehr. Lang, lang ist es her und trotzdem nicht vergessen.

 

Hin und wieder traf ich mich mit Freunden zum Tipp-kick-Turnier. Der Erfolg ist allerdings sehr bescheiden, denn wenn ich mal ein oder zwei Spielchen für mich entscheiden konnte, war ich glücklich. Für den ganz großen Wurf reicht es nie, denn dafür bin ich echt zu schlecht. Die anderen trainieren in ihrer Freizeit, während ich es einfach nur Just for fun angehe. Dieses Kapitel ist inzwischen abgeschlossen, weil es einfach nicht möglich ist, einen gemeinsamen Termin zu finden. Dies ist wohl der Preis des Älter werden.

 

Damit habt ihr einen kleinen Überblick über meine Hobbys bekommen...

 

 

 

 

 

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