Guben - Back to the roots



Bottropbaer.de

2009 - 2019

zehn Jahre Bottropbaer.de


Guben - back to the roots


Am 03.01.1976 sind wir im Zuge der Familenzusammenführung aus der DDR in die Bundesrepublick Deutschland übergesiedelt. Seit dem waren wir in zeitlichen Abständen 1980, 1983, 1984 und dann wieder erst ab 1997 regelmäßig in unserer alten Heimat. Auf dem Friedhof dort hat meine Ur-Oma neben ihrem Mann Karl 2003 ihre letzte Ruhestätte gefunden. Ihr gehörte einstmals ein Haus auf dem Zehnhäuserweg, ein großes Baugrundstück in der Altsprucke und einige Ländereien am schwarzen Fließ. Kurz bevor der Krieg ausbrach, 1939, planten meine Ur-Großeltern noch den Bau eines Geschäftshauses auf dem Grundstück an der Altsprucke, dann begann der Krieg und die Geschwister meiner Ur-Oma mussten an die Front. Keiner kehrte aus Stalingrad zurück, meine Großeltern flüchtet nach Mecklenburg-Vorpommern, wo sie sich bei Bauern vor den Russen versteckt hielten, die damals Frauen und Mädchen vergewaltigten. Auf dem langen Treck von Mecklenburg zurück nach Brandenburg verstarb das jüngste Kind der Familie. Als sie zurückkamen, war nichts mehr wie früher. Ihr Haus ausgebombt, tote Soldaten im Keller, die letzten Habseligkieten gestohlen,  begannen sie mit Pioniergeist unter der Flagge der DDR einen Neubaufbau. Meine Ur-Oma besaß Schweine, Hühner, Kanickel und Enten, Garten und Ländereien und brachte so die Familie durch. Meine Großeltern waren in der Gastronomie beschäftigt, hatten die Gaststätte Stadt Guben unter ihrer Leitung, doch weil mein Opa seine vorlauten Mund nicht halten konnte und betrunken gegen Staat und Führung mobberte, mussten sie mit ihrer ältesten Tochter die Flucht bei Nacht und Nebel in die BRD antreten. Zurückblieb meine Mutter, die bei der Ausreise ihrer Eltern gerade ein Schulkind gewesen ist. Dann kam der Mauerbau und die DDR sperrte ihre Bürger weg. 1970 wurde ich geboren, meine Mutter stellte seit 1962 Anträge beim Rat des Kreises auf Familiezusammenführung, die ersten 1975 genehmigt wurden. Kurz vor Weihnachten kam die Ausbürgerung, zwischen den Jahren der Zoll und Anfang des neuen Jahres ging es dann in Richtung Zukunft gen Westen. Meine Ur-Oma folgte 1977, aber erst nach dem Sie all ihren Besitz ihrem Sohn überschrieb hatte. Da ihre Tochter im Westen lebte, war eine Übertragung auf ihren Namen nicht möglich, dafür sorgte schon der Staat und ganz besonders die Stasi. Hätte meine Oma nicht unterschrieben, wäre sie niemals übergesiedelt. Das Schicksal und das Leben ansich ist mitunter sehr grausam. 1984 verstarb der Sohn meiner Oma, der ganze Besitz wanderte damit in fremde Hände. Als 1989 die Mauer fiel, versuchten wir im ersten Anlauf, die Grundstücke und das Haus zurückzuholen, doch das Testament, in dem es eine Klausel gab, die besagte, dass beim vorzeitigen Ableben des Sohnes der gesamte Besitz wieder in den Eigentum der Mutter bzw. der Schwester übergeht, war mit einmal verschwunden. Das Netzwerk der Stasi funktionierte noch nach der Wende einwandfrei. Bis zu seinem Tod lebte der Nachbar von meiner Oma, der sie damals im Namen der Stasi zur Unterschrift zwang, gegenüber von Freunden, bei denen wir immer beherbergt waren, und sobald wir aus dem Westen auftauchten, tauchte er ab und ging uns aus dem Weg. Das schlechte Gewissen war ihm ins Gesicht geschrieben. Dank unser Freunde, bei der das Schicksal auch grausam zugeschlagen hatte, erlebten wir immer viele schöne Tage und Stunden in unserer ehemaligen Heimat. Man kann Inge nicht oft genug dafür danken, was sie alles für uns getan hat. Leider liegt unserer letzter Aufenthalt 2010 lange zurück und ob es ein Wiedersehen geben wird, ist derzeit nicht absehbar. Trotzdem verbinde ich mit Guben viele schöne Erinnerungen und lustige Anekdoten. Ich habe hier ein buntes Album zusammengestellt, dass einen Eindruck vermitteln sollte, was für Spaß und Freude wir bei unseren Besuchen hatte. 


Das erste Album zeigt Fotos unserem Aufenthalt vom 31.05 - 07.06.2010 anläßlich des 60. Geburtstag meiner Mutter und natürlich meines 40ten. Beide runden Geburtstage haben wir in Guben im Kreise unserer Familie und Freunde gefeiert.

Die Zeitreise geht weiter. Vor 2010 waren wir natürlich auch schon in Guben. Zweimal mit meiner damaligen  Lebens-partnerin, die sich sehr wohl gefühlt hatte, allerdings einmal meinte Rotwein wie Wasser trinken zu müssen und dann in Richtung Wald verschwand, wo ich sie schließlich zwischen Sträuchern dadurch fand, weil ihre rote Jacke wie ein Signal aus dem Grün auffiel.

Erlebt haben wir natürlich auch viel positives. Kegelabend, Kutschfahrt, Spreewald, Tropical Island und vieles mehr. Pünktlich zum Frühlingsfest 2005 waren wir wieder in Guben.

Die nächste Bilderserie zeigt uns 2007 in Guben. Dabei besuchten wir das Plastenarium in Guben und waren natürlich im Spreewald, es gab den traditionellen Kegelabend und noch mehr...