Bottroper Karnevalskirmes 02.03.2019

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Karnevalskirmes vom 28.02.2019 - 04.03.2019

in der Bottroper Innenstadt

 

Beschickerliste:

 

- Big Spin (Ronny Deinert) > Pferdemarkt

- Crazy Dancer (Freiwald)> Pferdemarkt

- Love Express (Kreft) > Pferdemarkt

- Fighter (Bruch) > Osterfelder Str.

- X-Factor (Franz Deinert) > Altmarkt

- Break Dance No. 1 (Bonner) > Berliner Platz

- Dreamland > Berliner Platz

- Autoscooter Star Light (Petter KG) > Berliner Platz

- Kinderkettenflieger, Kreft, Kettenflieger > Osterfelder Straße

- Kinderparadies, Arens, Sportkarussell > Pferdemarkt

- Star Trek, Krenz, Ufo-Flug > Altmarkt

- The Flying Airdance, Wilhelm, Flying Helicopter > Osterfelder Straße

 

Bevor ich hier zu meiner persönlichen Meinung komme, ein Bericht aus dem Lokalkompass der Stadt Bottrop:

Pünktlich zur Weiberfastnacht eröffnet am Donnerstag, 28. Februar, die diesjährige Karnevalskirmes. Im Anschluss an das traditionelle Prinzenwiegen vor der Sparkasse wird Oberbürgermeister Bernd Tischler gemeinsam mit dem Stadtprinzenpaar Heiko I. und Sonja I. gegen 15 Uhr das erste Fass (Frei)Bier am Kirmesausschank "Altmarktschänke" auf der Osterfelder Straße anstechen.

 

Musikalisch umrahmt wird die Eröffnung der Kirmes durch den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Bottrop. Aber auch sonst bietet die Kirmes bis einschließlich Rosenmontag (4. März) täglich von 14 bis 22 Uhr einige Höhepunkte: Rund 70 Schausteller sorgen mit Fahrgeschäften, Unterhaltungsständen und Imbissbuden für ein buntes Programm. Acht Groß(fahr)geschäfte warten auf die Kirmesbesucher: Über Berg und Tal und durch den Tunnel hindurch geht die Fahrt im Familienfahrgeschäft "Love Express". Bei voller Fahrt sorgt die Fliehkraft hier zudem für einen netten „Kuschelfaktor“. Rasanter geht es zu im "Big Spin". Durch Auf- und Abhüpfen, Drehung des Gesamtbetriebes und zusätzliche Drehungen um die Sitzachsen erlebt der Fahrgast eine besonders dynamische und abwechslungsreiche Fahrt. Höhepunkt ist der freie Fall aus 12 Meter Höhe.

Noch etwas höher schaukelt und dreht der deutschlandweit einzigartige "X-Factor" seine Passagiere über die Köpfe der staunenden Zuschauer hinweg bis kurz vor den Überschlag in 25 Meter Höhe hinauf. Wem das noch nicht wild genug ist, ist im "Fighter" bestens aufgehoben, dessen Fahrweise und technische Daten Respekt einflößen: 42 Meter hoch, Drehgeschwindigkeit bis zum 130 km/h und dabei auf den Fahrgast einwirkende Fliehkräfte von bis zu 4g. Nicht fehlen darf natürlich der von den jugendlichen Kirmesfans heiß geliebte "Break Dance", der geradezu Kultstatus auf allen Kirmesplätzen genießt und mit seinen spektakulären Beleuchtungseffekten die Blicke auf sich zieht.

Spitze Schreie des Vergnügens zeugen immer wieder von der schwungvollen und rasanten Fahrt des "Crazy Dancer", einer Variante des „fliegenden Teppichs“, die im Kirmes-Slang „Scheibenwischer“ genannt wird. Wer lieber selbst das Steuer in der Hand hält, findet auf dem Berliner Platz den Autoscooter "Star-Light". Zwar sind hier sämtliche Verkehrsregeln außer Kraft gesetzt, Zusammenstöße gehen aber garantiert harmlos aus.

Der für die Karnevalskirmes angekündigte Simulator "The Great Movie Ride" fällt auf Grund eines technischen Defektes leider aus. Trotzdem bleibt es bei den angekündigten acht Großattraktionen, denn als Ersatz konnte - so Kirmesorganisator Wolfgang Felich - kurzfristig noch die Huckelpiste "Dreamland" verpflichtet werden.

Auf die kleinen Kirmesbesucher warten zwei Kinderkarussells mit Feuerwehr, Jeep, Motorrad, Hubschrauber und vielem mehr. Natürlich auch wieder dabei: Der "Star-Trek". Mit dem Steuerknüppel können die kleinen Trekkies ihren Raumgleiter nach eigenem Belieben aufsteigen lassen oder zur Landung bringen. Und für ein angenehmes Kitzeln im Bauch sorgt ein Kettenkarussell. Wer sich mal so richtig austoben will, ist bestens aufgehoben beim "Quarter-Tramp", dem Bungee-Trampolin-Spaß für große und kleine Leute, auf dem auch Ungeübte Vorwärts- oder Rückwärtssalti vollführen können. Immer wieder „Ahoi“ schallt es von Backbord, wenn Käpt´n Hardt und sein sprechender Papagei die Bottroper Landratten auf eine wilde Seereise im "Piraten-Trip" mitnimmt.

Für Spiel und Spaß sorgen außerdem Verlosung, Schießwagen, Ball- und Pfeilwerfen, Entenangeln, Fadenziehen und manches andere. Um das leibliche Wohl der Besucher kümmern sich die "Altmarktschänke" und mehrere Süßwaren- und Imbissstände, an denen von der Bratwurst (auf Wunsch in zehn verschiedenen Schärfegraden) über Churros und Crêpes bis zum Backschinken allerlei Gaumenschmaus angeboten wird.

Am Freitag, 1. März, wird der Bottroper Nachthimmel gegen 21 Uhr von einem spektakulären Höhenfeuerwerk erleuchtet. Gezündet wird das Feuerwerk vom Dach des Gebäudes an der Osterfelder Straße 27, in dem früher die Commerzbank untergebracht war. Beste Sicht ist daher auf der Osterfelder Straße garantiert."

 

Quelle: https://www.lokalkompass.de/bottrop/c-kultur/x-factor-und-co-bottroper-karnevalskirmes-mit-70-angeboten_a1083579#gallery=null

 

Es ist nun gut ein halbes Jahr seit dem Schlaganfall meiner Mutter vergangen. In diesem Jahr waren wir zum ersten Mal mit Rollstuhl auf der Karnevalskirmes in Bottrop. Als erstes musste ich feststellen, dass man als Begleiter einer gehbehinderten Person am anderen Ende des Rollstuhles in Bottrop so manche Herausforderung meistern muss, um seinen Schützling heil durch die Menschenmenge zu fahren und gleichzeitig sich Lösungen zu suchen, um den Tücken der Infrastruktur - hohe Bordsteine als Beispiel - zu umgehen. Außerdem muss man lernen, die neugierigen Blicke der anderen Menschen zu ignorieren. Hat man das alles geregelt, kann es eigentlich ein ganz entspannter Kirmesbesuch werden.

Was gleich zu Beginn auffiel und worüber bereits ausgibig in den sozialen Netzwerken diskutiert wurde, waren die Vielzahl von ausländischen Mitbürgern, die in Gruppen auftraten und einem ein ungutes Gefühl vermittelten. Auch extrem auffällig waren die Gruppen an Girlies-Gangs, die sich auf der Kirmes in diesen Nachmittagstunden trafen. Es ging keine Gefahr von Ihnen aus, aber ihre auffällige Art, ihr Benehmen unterschied sie von den anderen Besuchern der Kirmes. Mir haben diese Leute nichts getan, aber wenn ich mich in die Situation eines Jugendlichen , vielleicht noch Einzelgänger versetzen würde, ich ginge nicht mehr so gerne alleine auf die Kirmes. Früher, zu meiner Jugendzeit war es schon gefährlich, da gab es immer den einen oder anderen Rüpel, der sich auf Kosten Schwächerer sein Taschengeld aufbesserte, aber heute geht es nicht mehr nur mit einer Schlägerei ab, sondern sind auch Stichwaffen im Spiel.

 

Ein Höhepunkt der Bottroper Kirmes fällt wie 2016 dem Wetter zum Opfer. Aufgrund einer Sturmwarnung wurde der Rosenmontagsumzug aus Sicherheitsgründen abgesagt. Das passt inzwischen irgendwie in die Horrorwoche der Stadt Bottrop, denn zu Beginn der Woche verkündete das neue Kaufhaus Moses, dass als Nachfolger von Karstadt in die Althoff-Arkaden und als Ankermieter und Hoffnungsträger für den Bottroper Einzelhandel einzog, sein Haus wegen Insolvenz schließen muss. Bereits zum Aschermittwoch läuft der Räumungsverkauf und damit ist es gerade einmal ein halbes Jahr seit der Eröffnung her, dass der Laden sein Handtuch schmeißt und wieder schließt. Und das alles zum 100jährigen bestehen der Bottroper Stadtrechte. Über den Nachholtermin des Rosenmontagsumzuges wird nun diskutiert, diesen zur Herbstkrimes oder dem Stadtfest anläßlich des Jubiläums stattfinden zu lassen, während die Besitzer der Althoff-Arkaden nun wieder einen neuen Ankermieter suchen. Dabei darf man nicht vergessen, dass Hansa Center ist ebenfalls noch geschlossen. Aber darüber spricht keiner mehr.

 

Der Stellenwert der Bottroper Kirmes ist bei den Schaustellern nicht all zu hoch, denn Spin verzichtet gänzlich darauf, seine Rückwand aufzubauen. Nächste Überraschung für einen Samstagnachmittag: Bestimmte Wurstsorten werden nur noch auf Kundenwusch auf den Grill geworfen, denn es scheint, dass den Bottropern das Geld nicht mehr so locker sitzt. Wir standen zehn Minuten an einem Verkaufsstand und warteten auf die Feuerwurst für meine Mutter und in der Zeit waren wir die einzigen Kunden, obwohl der Kirmesplatz gut besucht war. Einige verbrannte Stücken Fleisch und Wurst lagen auf den Grill und wurden immer wieder vom Feuer genommen, auf eine Silberfolie gelegt, um sie dann wieder für einen kurzen Moment zurück aufs Feuer zu legen.

 

Der Samstagnachmittag stand im Zeichen der Familien mit kleinen Kindern, Schülern im Alter bis zu zwölf Jahren, die mit Freunden wahrscheinlich zum ersten Mal ohne Eltern loszogen, behinderten Mitbürgern die aus den Wohnstätten mit ihren Betreuern zur Kirmes gingen, sowie älteren Menschen, die ihre Erinnerungen auffrischen und einwenig Kirmesluft schnuppern wollten. Der Abend gehörte dann wieder den Banden und den Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

In diesem Sinne: Kirmes ist ein Stück Kultur und deswegen ist ein Kirmesbesuch immer zu empfehlen. Auch wenn man nicht mehr fahren möchte, ein Bummel über den Rummel, ein Bratwurst auf der Hand, eine Tüte Popcorn und ein paar Spielchen, dafür ist man nie zu alt. Bevor ein weiteres Stück Kultur aus unserem Leben verschwindet, gehen sie zur Kirmes und haben Spaß. Man sieht sich - in Bottrop, der Großstadt mit Herz.