Bottrop, Rosenmontag 19.02.2007 (neu)

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19.02.2007 Bottrop feiert Karneval



19.02.2007

Bottrop im Karnveal


Zum letzten Mal schlängerte sich der närrische Lindwurm von der Prosperstraße kommend über die Osterfeldstraße hinein ins Nadelöhr Kirchhellener Strasse.     Mit Abschluß der Kirmes auf dem Berliner Platz würden bald die Bagger anrücken und beginnen das  Hallenbald  abzureißen und wenige Monate später  könnten dann die Bottroper in eine riesige Baugrube blicken. Dort entsteht die neue Tiefgarage und  der Kaufland mit dem Spangengebäude rüber zum Hansa-Zentrum, welcher im November 2009 planmäßig eröffnet wurde.  Mit diesen Umbaumaßnahmen veränderte sich auch der Aufbau der Kirmes, die von nun an die gesamte Osterfelder Straße vom Gleiwitzer Platz abwärts bis zum   Altmarkt beanspruchte.

In den ersten Jahren nach dem Beginn der Baumaßnahme schrumpfte die Bottroper Kirmes und der neue Zugweg des  närrischen Lindwurmes, der bisher  schön hinter der Absperrung an den Buden und den Fahrgeschäften  in Richtung  Berliner Platz zog, änderte sich gravierend.   Er verkürzte sich und während damals ein  gewisses Flair die Zugwagen begleiteten, die in der engen Kurve Altmarkt in die Kirchhellener Straße einbogen und bereits dort   von einem Recommandeur, der jeden Wagen einzeln begrüßte, jede Fußgruppe namentliche erwähnte, verliert sich vieles oben an der Böckenhoffstraße. Die Wagen erreichen teilweise nicht mehr den Rathausplatz, sind zu groß, zu schwerfällig.

Auch wenn die Zuschauer wussten, dass zum Ende des Zugweges, was die Kirchhellener Straße zwangsläufig war, denn am  Ende kreuzte sie mit dem Rathausplatz, dass die meisten Gruppen ihr Pulver bereits verschossen und die meisten sich auch das Wurfverbot ab  Beginn  der  Kirchhellener Straße hielten, versammelten sich hier eine Menge an Feierwütigen, Narren und  welche, die einfach nur kamen, um sich das Schauspiel und Spektakel anzuschauen. Wir gehörten jahrelang ebenfalls dazu. Erst auf den Umzug, danach auf die Kirmes. Das war Familientradition.  Es ging mir bisher nie  um die Kamelle, sondern um  die gute Stimmung, das ausgelassene Feiern und auch wenn ich  unterwegs kein Alkohol trinke, kann ich lustig sein. Leider haben das damals und auch heute viele  anders gesehen. Manche Feierwütigen waren gerade mal volljährige, wenn sie mit hochprozentigen  in  der Hand und kaum in der Lage, ihre eigenen Schritte noch zu koordinieren mit den Massen gen Rathausplatz zogen, um dort beim närrischen Sturm auf das Rathaus teilzunehmen.

Rosenmontag und Bottrop, ich verbinde viel  damit.  An den Tagen, wo ich nicht  daran teilnehmen konnte, weil ich entweder in Orten arbeitete, wo man das Wort Karneval zwar im Wortschatz führte, allerdings nicht  so richtig wusste, wie man damit umgeht, da fehlte mir was. Für mich war Urlaub oder  ein freier Überstundentag - so wurde es damals bei Karstadt gehandhabt - für mich die Regel - Arbeiten an so einem Tag ging gar nicht. Aber dann kam 1991  der Golf-Krieg und der Rosenmontag fiel aus. Dann wechselte ich in  aus dem Westerwald zurück ins Ruhrgebiet und saß allein im Büro im Kamen, während in Bottrop gefeiert wurde. Tja, nun bemühe ich mich darum,  stetig wieder Urlaub zu bekommen.

Früher standen wir an der Kirchhellener Straße. Von hier sind auch die Aufnahmen aus dem Jahr 2007. Während  ich mir Spektakel anschaute, fotografierten unsere Begleitung wie verrückt, um ja nichts  zu verpassen. Wussten wir doch, dass diesmal  etwas besonderes war - es war das letzte Mal.


Auch wenn man überlegte, den Zug wieder  auf seinen alten Weg zurückzuführen, es wäre allein wegen der Kirmes nicht mehr gegangen. Die hatte durch den Umbau viel an Fläche verloren und zog sich nun von der Osterfelder Straße  bis zum Altmarkt. Dort einen Cut für den einen Tag im  Jahr zu machen, dies wollte man auch nicht. Man war doch froh, dass die Schausteller die neuen Stellplätze angenommen haben.


Übrigens: Das Hansa-Zentrum liegt noch immer im Dornröschenschlaf und wartete auf den Investor, der es wachküßt. Der Prinz auf dem weißen Pferd möge sich bitte beim Oberbürgermeister Tischler melden, der die Immobilie inzwischen anpreist wie Sauerbier!


Viel Spaß beim Durchsicht der Bilder. Vielleicht erkennt sich ja der eine oder andere Bottroper Narr...