Mein Wien



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Donaumetropole Wien


Wien, du schönste aller Metropolen. Hier spürt man den Hauch der Geschichte besonders stark. Ob Schloss Schönbrunn, ob Zentralfriedhof oder Kapuzinergruft. Prater, Augustiner Kirche, beim Heurigen in Grinzing oder im Graben, Stephans Dom oder Kärtner Strasse. Theater an der Wien, Naschmarkt und Karlskirche, Lipizaner und Hofreitschule, Wiener Sängerknaben,  die Welt der Musical im Ronacher oder Raimundtheater und natürlich die Staatsoper am Opernring. UNO-City, Donau und Stadtpark. Wien lädt ein und ich bin im August 1989 dieser Einladung gefolgt. Quasi mein Geschenk an mich persönlich zur bestandenen Einzelhandelskaufmannprüfung. Danach war ich noch fünf weitere Male in Österreichs Hauptstadt. Das letzte Mal 1996 und als wir im Dezember 2015 zur Weihnachtsmarkttour nach Wien aufbrechen wollten, erlitt meine Mutter ihren ersten Schlaganfall und es blieb bei unseren Plänen. Mit jedem Urlaub kamen natürlich Fotos und Souvenirs dazu. Seien es Tassen,  Programmhefte aus den Musicals oder andere Stehrumchen und Verstäubchen.

Was reizt mich so besonders an Wien? Es sind die Wiener, du sitzt mit ihnen am Tisch und sie wollen dein bester Freund sein, aber in Wirklichkeit haben sie schon den Dolch gezogen, um dich hinterrücks zu ermorden. Ja, der Wiener ist nicht ohne. Viele Österreicher sehen in den Wiener, den abgehobenen, den besseren Össi, sie leben ja in der größten Stadt des Landes. Wien wird in den nächsten Jahren die zwei Millionen Grenze an Einwohner brechen, wenn man überlegt, dass in ganz Österreich aber nur knapp 8,8 Millionen Menschen leben, entfallen fast 25 % allein auf die Hauptstadt des Landes. Nicht mit gerechnet sind die unzähligen Toten, die unter Wien in den Katakomben oder auf den Zentralfriedhof beerdigt sind. Man kann eine Führung ins unterirdische Wien mitmachen, sollte aber dafür starke Nerven haben, den die Toten sind nicht verwest, sondern durch den leichten Wind, der in diesen Katakomben herscht, zu Mumien geworden. Sie tragen noch ihre Kleidung, mit der sie vor mehr als 100 Jahren beigesetzt worden sind. Oder wie wäre es mit einem Spaziergang über den Zentralfriedhof. Drei Straßenbahnhaltestellen hat das weitläufige Gelände mit den vielen Eingängen, auf dem sogar eine eigene Buslinie verkehrt. Hier liegen Berühmtheiten genauso, wie einfache Schlucker. Einmal im Jahr wird der Friedhof gesperrt, weil dann Jagdzeit ist. Dort leben nicht nur Fuchs und Hase, nein auch Rehe und andere Tiere, die in den Grünflächen Nahrung finden. Es ist quasi eine eigene Fauna, dieser riesige Zentralfriedhof. Man darf niemals abseits der Wege gehen, denn so manche Grabplatte ist verschoben und hinter so manchen Gebüsch lauert die Gefahr. Wenn man also in Wien am Tisch sitzt, dann muss man wissen, der Tod sitzt immer mit in der Runde. Die Wiener können das gut ab, sie sind selber sehr makaber, den der Tod gehört mit zum Leben. Wahrscheinlich liegen unter Wien mehr Tote, als auf den Straßen Lebende flanieren. So genau weiß man das nicht, denn früher haben sich die Menschen in der Nähe der Kirchen und der Hofburg bestatten lassen, hauptsächlich innerhalb der Stadtmauern.

Unter Wien gibt es nicht nur Leichen, sondern auch eines der besten und ausgeklügelsten Nahverkehrsnetze in Europa. Es gibt in Wien derzeit mehr Monatskarteninhaber für die Wiener Linien, als Autos. Man braucht in dieser Metropole kein Auto, denn mit der U-Bahn kommt man eigentlich gut in und aus der City heraus. Derzeit verkehren 5 U-Bahn Linien im zwei bis fünf Minutentakt, am Abend alle zehn Minuten. Dazu kommen dann noch die Tram und der Bus. Kurzum, du kannst mit den Öffis in Wien jeden Winkel erreichen. Damit das auch so bleibt, wird weiter fleißig am Netz gewerkelt und ein neue Linie schließt den Kreis. Am Karlsplatz ist der Zentrale Umsteigepunkt. Hier treffen die Linien U1,2, 4 und 6 aufeinander. Demnächst kommt noch die U5 hinzu. Auf dem Areal des alten Südbahnhofs wurde vor ein paar Jahren der Wiener Hauptbahnhof errichtet. Vorher gab es vier Kopfbahnhöfe, unter anderem den Westbahnhof, dort kamen die Züge aus Deutschland und Ungarn an. Das Wechsel der Loks fällt weg, der neue Bahnhof ist kein Kopfbahnhof mehr und auf dem gesamten Areal entstand ein neuer Stadtteil.

Wenn ich Ihnen Wien empfehle, was sollten sie alles gesehen haben? Klar die Innenstadt, flanieren auf der Kärntner Strasse, die Kö der Wiener, obwohl der Einheimische lieber auf der Maria-Hilfer-Strasse einkauft. Die Kärtner ist den Touristen vorbehalten. Ein Besuch im Stephansdom, die Kapuzienergruft, dort wo die ganze Habsburger Kaiser und Familienangehörigen beigesetzt sind, Abends ein Gläschen Wein beim Heurigen, dazu Schrammelmusik und deftiges Essen, denn so mancher hat sich am Weinglas schon dermaßen gestoßen, dass er am nächsten Tag noch Kopfschmerzen hatte. Der Heurige Wein, also der aus dieser Saison trinkt sich nicht so leicht, wie man denkt. Ein Runde vielleicht auf dem Riesenrad. Wir unterscheiden zwische Prater und Würstlprater. Der Würstlprater ist der Rummel. Hier gibt es Geisterbahn, Riesenrad, Achterbahn und vieles mehr. Der Prater an sich ist die Grünfläche zum relaxen, Sport treiben. Es ist die grüne Lunge der Stadt Wien. Dort behfindet sich auch das Ernst-Happel-Stadion.

Abends vielleicht was Kulturelles. Wie wäre es mit einem Besuch der Staatsoper am Opernring. Karten für die Zauberflöte finden reißenden Absatz, traditionell gibt es am Neujahr die Fledermaus und wir wissen alle, am Weiberfastnacht den Opernball. Wer nicht so auf Opern und Operetten abfährt, der kann natürlich auch ins Musical gehen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Weck erblickten in den Theater an der Wien, im Ronacher oder Raimundtheater Elisabeth, Tanz der Vampire, I am from Austria die Welt und begannen ihren Triumphzug, um den Erdball. Mit dem Zusammenschluss vom Raimundtheater, Theater an der Wien und Ronacher zu den Vereinigten Bühnen Wien gelang 1988 dem Interdanten Prof. Dr. Peter Weck ein kleines Wunder, schaffte er es doch erst Cats, anschließend Phantom der Oper und Les Miserables nach Wien zu holen. Mit einem Mal war die Stadt neben London und New York zur Musicalmetropole aufgestiegen. Hier feierten Die Schöne und das Biest Europapremiere, hier wagte man mit Elisabeth etwas, dass die geliebte Kaiser der Österreich in einem anderen Licht erschien ließ, als in den Sissi Filmen aus den 1950er Jahren. Mit Uwe Kröger in der Rolle des Todes, dem heimlichen Liebhaber der Kaiserin von Österreich erlebte ein Deutscher Musicaldarsteller seinen absoluten Durchbruch. Als Uwe Kröger die Rolle des Todes aufgab und nach Stuttgart zu Miss Saigon wechselte, schrieb die österrische Presse, der Tod hat Wien verlassen.


in den nächsten Monaten wird diese Seite Stück für Stück für Stück ausgebaut. Es gilt knapp 500 Fotos aus den letzten Jahren zu sichten, zu scannen und zu bearbeiten. Das geht nicht von jetzt auf gleich, aber wie gesagt, hiermit ist nun erst einmal der Anfang gemacht...